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Einsatz, Landesverband

Sarah und Marisol zögern nicht

Veröffentlicht: 16.07.2026
Autor: DLRG Landesverband Baden e.V.
Retteten einen Jugendlichen vor dem Ertrinken im Main: Sarah Gehrig und Marisol Schad von der DLRG-Ortsgruppe Königshofen (Bezirk Frankenland).
Im Main bei Wertheim (Main-Tauber-Kreis) verläuft nicht nur die badisch-bayrische Grenze, sondern im Sommer wird auch darin gebadet - obwohl Behörden und DLRG davor warnen.

DLRG-Nachwuchs rettet Jugendlichen aus dem Main

Elf Jahre lang haben Sarah Gehrig und Marisol Schad bei der DLRG das Rettungsschwimmen trainiert. Am 20. Juni müssen die beiden 16-Jährigen plötzlich anwenden, was sie in unzähligen Trainings bei der DLRG-Ortsgruppe Königshofen gelernt haben: an einem gemütlichen Nachmittag mit Freunden am Main retten sie einem Jugendlichen das Leben.

Sarah und Marisol kennen sich seit ihrer Kindheit, seit elf Jahren sind beide in der DLRG aktiv und trainieren gemeinsam. Im vergangenen Jahr haben sie das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber abgelegt, inzwischen bereiten sie sich auf Gold vor.

An diesem Nachmittag halten sich die beiden mit Freunden am Main bei Wertheim auf. Nicht weit entfernt versucht eine Gruppe Jugendlicher, den Fluss in Richtung des bayerischen Ufers zu durchqueren. Einer von ihnen erreicht die andere Seite. Zwei weitere drehen in der Flussmitte um. Dann bemerken Sarah und Marisol, dass etwas nicht stimmt: Einer der Jugendlichen schafft es kaum noch, sich über Wasser zu halten. Sein Begleiter versucht, ihn zu stützen und ruft um Hilfe.

Im Ernstfall greifen die Abläufe aus dem Training

Sarah reagiert sofort und schwimmt zu den beiden. In der Flussmitte übernimmt sie den erschöpften Jugendlichen und bringt ihn mit einem Griff aus der Rettungsschwimmausbildung zurück in Richtung Ufer. Als sich der Junge in seiner Panik an ihrem Hals festklammert, bleibt Sarah ruhig, spricht mit ihm und versichert ihm, dass sie ihn sicher an Land bringt. Auch der Umgang mit panischen Personen gehört zum Inhalt von Rettungsschwimmkursen.

„Ich habe dabei gar nichts gedacht. Das war einfach automatisch“, sagt Sarah rückblickend.

Am Ufer angekommen, bringen die Jugendlichen den Geretteten in die stabile Seitenlage. Doch noch ist die Situation nicht gelöst: Der zweite Jugendliche befindet sich weiterhin am gegenüberliegenden Ufer. Sarah und Marisol befürchten, dass er den Rückweg allein versuchen und sich damit erneut in Gefahr bringen könnte.

Ausgerüstet mit Flossen und Schwimmbrettern machen sich die beiden deshalb gemeinsam auf den Weg. Die Entscheidung, zu zweit zu schwimmen, treffen sie bewusst: Sie können die Strömung nicht sicher einschätzen und wissen nicht, wie der Jugendliche auf dem Rückweg reagieren wird. Am anderen Ufer sprechen sie mit ihm und begleiten ihn schließlich sicher zurück. Rettungsdienst und Polizei übernehmen die weitere Versorgung.

„Wir sind euch was schuldig“, rufen die Jungs den beiden Retterinnen zu. Sarah und Marisol sehen das anders. „Wir haben gesehen, die brauchen Hilfe und wir konnten helfen“, sagen sie später.

Elf Jahre Ausbildung zahlen sich aus

Für Marco Strecker, Einsatzleiter bei der DLRG-Ortsgruppe Königshofen, ist das entschlossene Handeln der beiden Jugendlichen kein Zufall. „Sarah und Marisol sind schon viele Jahre in der DLRG aktiv und beteiligen sich sehr aktiv auch am gesellschaftlichen Leben. Uns freut es wirklich sehr, dass die jungen Leute so viel Zivilcourage bewiesen haben“, sagt er gegenüber den Fränkischen Nachrichten.

Dass sich die vielen Stunden in der Rettungsschwimmausbildung gelohnt haben, steht für Sarah und Marisol spätestens seit diesem Nachmittag fest. Und die beiden wollen ihr Wissen künftig selbst weitergeben: Sie haben sich vorgenommen, in der Anfängerschwimmausbildung ihrer Ortsgruppe aktiv zu werden. Wenn es Schule und Ausbildung zulassen, gerne bei den Seepferdchenkursen für die Jüngsten.

„Schwimmen lernt man fürs Leben“, sagt Marisol. Sie macht aber auch deutlich: Das Seepferdchen allein macht noch keinen sicheren Schwimmer und bereitet schon gar nicht darauf vor, anderen Menschen im Wasser zu helfen. Dafür empfiehlt sie einen Rettungsschwimmkurs bei der DLRG.

Berichterstattung in der Presse

Fränkische Nachrichten: Zwei 16-jährige Freundinnen retten Jungen aus dem Main

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